Der neue Bußgeldkatalog 2020

Punkte schon ab 16 km/h zu schnell!
Fahrverbote schon ab 21 km/h zu schnell!

Die neue Straßenverkehrsordnung geht wesentlich härter gegen Tempoverstöße vor.

Während es früher bei einer Überschreitung um 21 km/h zunächst nur einen Punkt gab und ein Fahrverbot erst bei Überschreitungen von 31 km/h innerorts und 41 km/h außerorts verhängt wurde, wird nach dem neuen Bußgeldkatalog ein Fahrverbot schon bei einer Überschreitung von 21 km/h innerorts bzw. 26 km/h außerorts verhängt.
Zusätzlich zum Fahrverbot werden wie bisher auch 2 Punkte in das Punkteregister eingetragen, die erst nach 5 Jahren gelöscht werden.

Ein Punkt wird schon bei einer Überschreitung um 16 km/h fällig.

Auf Grund dieser Verschärfung des Bußgeldkatalogs ist mit einer massiven Zunahme von Verfahren mit Fahrverboten zu rechnen.

Da auch wesentlich schneller Punkte angesammelt werden, ist ebenso zu befürchten, dass deutlich mehr Autofahrern die Fahrerlaubnis entzogen wird, weil sie die 8 Punkte erreicht haben. Eine Entziehung der Fahrerlaubnis bedeutet eine Führerscheinsperre von mindestens 6 Monaten und das Erfordernis, sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zu unterziehen.

Für viele wird die Verschärfung der Strafen existenzielle Folgen haben. Daher ist es umso wichtiger, sich von einem Fachanwalt für Verkehrsrecht beraten zu lassen, um alle zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, eine Einstellung des Verfahrens oder aber zumindest ein Absehen vom Fahrverbot zu erreichen.

Bei Parkverstößen drohen künftig Punkte

Kurz in zweiter Reihe halten, um jemanden ein- oder aussteigen zu lassen oder um etwas ein- oder ausladen, war auch bisher nicht erlaubt, wurde aber meistens geduldet.

Statt wie bisher 15 € bzw. 20 € kostet Halten in 2. Reihe nunmehr 55 Euro und bei Behinderung sogar 70 Euro (zuzüglich 1 Punkt).
Die gleichen Strafen werden beim Parken auf Geh- und Radwegen sowie beim Halten auf Radfahrer-Schutzstreifen fällig.

Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt ­gegenwärtig 200 Euro und erhält zusätzlich zwei Punkte in Flensburg. Zukünftig wird zusätzlich noch ein Monat Fahrverbot verhängt. Deutlich härter werden künftig vor allem Fahrer bestraft, die durch die Rettungsgasse fahren oder sich an Einsatzfahrzeuge dranhängen: mindestens 240 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Die Verwendung von Blitzer-Apps auf Smartphones ist zukünftig verboten.

Die bisherigen Regeln waren nicht eindeutig. nun ist klar geregelt, dass die Verwendung von Apps auf Smartphones und Navigationsgeräten, die auf Blitzer aufmerksam machen genauso wie Radarwarner verboten sind. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 75 Euro und der Eintragung von 1 Punkt in Flensburg geahndet.

 

Übersicht: Strafen bei Tempoverstößen